Beitrag der OeAD-GmbH zur Umsetzung der Strategie Europa 2020 und der New Skills Agenda

Stärkung der Grundkompetenzen

Skills bzw. Kompetenzen stellen die Fähigkeit dar, Wissen und Sachkenntnisse zu nutzen, um im Beruf, in einem Lernkontext oder im persönlichen und sozialen Leben eine Aufgabe zu erfüllen oder ein Problem zu lösen. Menschen jeglichen Alters benötigen Fähigkeiten, die sie in die Lage versetzen, sich Änderungen anzupassen und den Lernprozess fortzusetzen.

Der Aufbau und die Stärkung von "New Skills" sorgen langfristig für bessere Beschäftigungsfähigkeit und können bessere Berufschancen und Bezahlung bewirken. Für Arbeitgeber/innen ist die Investition in Kompetenzen eine Möglichkeit, die Motivation und Produktivität ihrer Mitarbeiter/innen zu verbessern und die Innovations- und Anpassungsfähigkeit zu fördern.

Upskilling Pathways - New opportunities for adults

Ende 2016 wurde vom Europäische Rat die "Empfehlung für Weiterbildungspfade: Neue Chancen für Erwachsene" verabschiedet. Ziel ist die Grundbildung zu erhöhen bzw. Grundkompetenzen zu stärken. Geringqualifizierten Erwachsenen sollen bei der Erlangung eines Mindestniveaus in den Grundkompetenzen (Rechnen, Schreiben, Lesen und Digitalkompetenzen) unterstützt werden. EPALE, die praxisorientierte Online-Plattform für Erwachsenenbildung soll dabei unterstützen, indem sie Bespiele aus bewährter Praxis aus ganz Europa zusammenträgt und sichtbar macht, die qualitätsvolle Arbeit in der Erwachsenenbildung unterstützt und neue Impulse für den Austausch gibt.

Guidance

Menschen sollen Information, Beratung und Orientierung für Bildung und Beruf (Guidance) entlang ihres gesamten Ausbildungs- und Berufsweges nutzen, um den Anforderungen, die sich ständig ändern, bestmöglich gerecht werden zu können. Das europäische Euroguidance Netzwerk bringt die Europäische Dimension in den Bereich "Lifelong Guidance", indem Bildungs- und Berufsberater/innen sowie deren Zielgruppen über die Möglichkeiten transnationaler Mobilität in Ausbildung und Beruf informiert werden.

Vergleichbarkeit der Ausbildung und Qualitätssicherung

Lernergebnisorientierung

Die Lernergebnisorientierung stellt eine wesentliche Erleichterung für die Vergleichbarkeit von Abschlüssen dar, und ist somit eine wichtige Voraussetzung für die Anerkennung von Abschlüssen sowohl innerhalb eines Landes als auch grenzüberschreitend. Auf europäischer Ebene sind im Laufe der letzten Jahre Transparenzinstrumente wie Europass, EQR, ECTS, ECVET, EQAVET entstandenen, die wesentlich zur Umsetzung der Lernergebnisorientierung auf allen Ebenen beitragen.

  • Europass Österreich unterstützt bei der Bewerbung am österreichischen und europäischen Arbeitsmarkt, fördert die Mobilität von Lernenden und Berufstätigen und verbindet Bildung und Wirtschaft. Europass ist ein europäisches Transparenzinstrument. Es besteht aus einem Portfolio von fünf Dokumenten und bietet die Möglichkeit, Kompetenzen, Lernerfahrungen und Qualifikationen transparent und einheitlich darzustellen und somit europaweit vergleichbar zu machen
  • Die NQR-Koordinierungsstelle (NKS) setzt den Nationalen Qualifikationsrahmen in Österreich um und schafft in Verbindung mit dem EQR ein Übersetzungsinstrument zwischen den verschiedenen Qualifikationssystemen und deren Niveaus für alle Bereiche der Bildung in Österreich.
  • Die Bologna Servicestelle, widmet sich der weiterführenden Verankerung der Bologna-Prozess-Ziele, u.a. der Schaffung eines einheitlichen Europäischen Hochschulraums, in der österreichischen Hochschullandschaft und der durchgängigen Etablierung des European Credit Transfer System (ECTS). ECTS ist ein auf Studierende ausgerichtetes Credit-System, das Lernergebnisse abbildet.
  • Die ECVET Kontaktstelle in der Nationalagentur Erasmus+ Bildung fungiert als zentrale Anlaufstelle für Erstinformation zum Thema ECVET, dem Europäischen Leistungspunktesystem für die berufliche Bildung.

Qualität sichern

Gute Ausbildung braucht Qualitätssicherung. Daher schufen die Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission 2009 einen Europäischen Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung (EQAVET) zur Förderung und Überwachung einer kontinuierlichen Verbesserung nationaler Systeme der beruflichen Aus- und Weiterbildung (VET Vocational Education and Training). EQAVET ist ein Instrument, das die kontinuierliche Verbesserung der beruflichen Bildungssysteme der Mitgliedstaaten durch die Überwachung gemeinsamer Bezugsgrößen fördern und vorantreiben und dadurch die Attraktivität der Berufsbildung erhöhen soll.

  • ARQA-VET Österreich setzt den EQAVET in Österreich um und unterstützt Akteure der beruflichen Bildung mit Angeboten und Know-how im Bereich Qualitätssicherung und -entwicklung.

Partnerschaft, Bildung & Arbeitswelt

Die europäische Initiative New Skills zielt darauf ab, Bildung und Arbeitswelt stärker zu vernetzen, den fachlichen Anforderungen und Herausforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden und das Kompetenzangebot besser auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts abzustimmen. Um individuelle Jobchancen zu stärken und die passende Qualifizierung von Personen in der Arbeitswelt bzw. beim Übergang in die Arbeitswelt zu gewährleisten, ist es notwendig, dass die Akteure im Handlungsfeld Bildung und Arbeitswelt verstärkt zusammenarbeiten. Das Dokument Blueprint for Sectoral Cooperation on Skills bietet einen neuen Rahmen für strategische Kooperationen zwischen Stakeholdern aus verschiedenen Bereichen wie Wirtschaft, Wissenschaft, Aus- und Weiterbildung, etc. Ziel ist Kompetenzmängeln in spezifischen Wirtschaftssektoren durch besseres Wissen über relevante Kompetenzen entgegenzuwirken.

Worked based learning

Durch die Förderung von Work-based Learning können praktische Lerninhalte auf allen Management- und Mitarbeiterebenen vermittelt werden. Bei jenen, die noch nicht am Arbeitsmarkt teilnehmen, kann der Übergang von Ausbildung zur Arbeitswelt durch qualitativ hochwertige Praktika, Lehrausbildung und duale Ausbildungsmodelle erleichtert und unterstützt werden.

Unternehmerische Kompetenzen

Um die Arbeitsmarktfähigkeit der Menschen auch bei einer sich stetig ändernden Qualifikationsnachfrage zu fördern, ist es notwendig, ein Bildungs- und Trainingskonzept einzuführen, das sich auf Anpassungsfähigkeit und den Transfer von Fertigkeiten und Qualifikationen konzentriert und dabei branchenübergreifend zu agieren. Das heißt, nicht nur branchenspezifisches Fachwissen sondern eine große Bandbreite an übertragbarem Know-How zu vermitteln, wie z.B. Management, Finanz- und Betriebswirtschaft sowie Sprachkenntnisse. „Unternehmerische Kompetenz“ wird als eine der Schlüsselkompetenzen genannt, deren Förderung zur Ankurbelung von Wachstum, Wettbewerbs- und Beschäftigungsfähigkeit beitragen soll.

Aktivitäten der Nationalagentur Erasmus+ Bildung und Beitrag der Bildungsprogramms Erasmus+

Die Nationalagentur Erasmus+ Bildung setzt unterschiedliche Maßnahmen. Die jährlichen New Skills Konferenzen (mit Unterseite Konferenzen hinterlegen) vernetzten Bildung und Arbeitswelt und rücken spezifische Schlüsselkompetenzen in den Vordergrund.

Mobilitätsprojekte in unterschiedlichen Bildungsbereichen (Hochschulbildung, Berufsbildung, ErwachsenenbildungSchulbildung) ermöglichen einerseits Studierenden, Schülerinnen und Lehrlingen ein gefördertes Praktikum im EU-Ausland zu absolvieren. Andererseits können Personen ihr Know-How bei Konferenzen, Job Shadowings, etc. erweitern und als Multiplikatoren ihr erfahrenes Wissen an den Heimatinstitutionen weitergeben.

Zahlreiche geförderte europäische Projekte  befassen sich mit wichtigen New Skills Themen. Abzurufen u.a. auf der Erasmus+ Project Results Plattform.

Nationalagentur Erasmus+ Bildung (OeAD-GmbH)


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