Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten (Sector Skills Alliances)

Was müssen Berufstätige einer bestimmten Branche können, um konkurrenzfähig zu sein und zu bleiben? Und wie müssen berufliche Bildungsprogramme aussehen, um diese Fertigkeiten optimal zu vermitteln? Antworten darauf und entsprechende Angebote erarbeiten Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten, zu denen sich mehrere Institutionen aus verschiedenen Programmländern zusammenschließen können. Branchen werden dabei entsprechend der statistischen Systematik NACE definiert.

Welche Institutionen können sich zu Sectoral Skills Aliances zusammenschließen?

Antragsberechtigt sind ausschließlich juristische Personen mit Sitz in einem Programmland. Die Liste der förderfähigen Einrichtungstypen und die erforderliche Zusammensetzung der Konsortien variiert je nach Gruppe – Details siehe Programmleitfaden, Abschnitt B

Beispiele für förderfähige Partnereinrichtungen:

Person mit weißer Kochmütze und blauem Erasmus Logo © OeAD/Gianmaria Gava

Europäische und nationale Sozialpartner, Ministerien für Arbeit oder angegliederte Einrichtungen, Arbeitsämter, Arbeitsmarktforschungseinrichtungen, nationale statistische Ämter, Unternehmen, Wirtschaftsagenturen, europäische oder nationale Branchendachorganisationen, Berufsbildungsanbieter, branchenbasierte Forschungseinrichtungen, Berufsberatungszentren, Behörden im Berufsbildungsbereich, europäische branchenspezifische Qualifikationsräte (Sector Skills Councils), Kultur- oder Kreativeinrichtungen, Einrichtungen mit regulatorischer Funktion für Akkreditierung, Zertifizierung, Anerkennung oder Qualifizierung.


Gruppe 1: Allianzen zur Entwicklung branchenspezifischer Ansätze durch transnationale „Plattformen für Exzellenz in der Berufsbildung“

Diese Gruppe unterstützt die Entwicklung von Pilotprojekten auf Basis innovativer Kooperationsmethoden als ersten Schritt zur Schaffung von „Plattformen für Exzellenz in der Berufsbildung“.

Gruppe 2: Allianzen zur Entwicklung und Erstellung von Berufsbildungsangeboten

Diese Allianzen sollen gemeinsame Ausbildungsinhalte für Berufsbildungsprogramme für einen oder mehrere Berufe in der Branche sowie Unterrichts- und Ausbildungsmethoden entwickeln und erstellen.

Besonderes Augenmerk gilt dem Lernen am Arbeitsplatz, bei dem die Auszubildenden die für den Arbeitsmarkt erforderlichen Fertigkeiten erwerben.

Gruppe 3: Allianzen für die Umsetzung eines neuen strategischen Ansatzes („Blaupause“) auf dem Gebiet der Qualifikationen

Diese Allianzen erarbeiten eine branchenspezifische Qualifizierungsstrategie.
Diese wird in sechs Branchen mit massiven Qualifikationsdefiziten als Pilotprojekt eingeführt:

  • Batterien für die Elektromobilität
  • Bioökonomie, neue Technologien und Innovation in der Landwirtschaft
  • Verteidigungstechnologien
  • Digitalisierung der Energie-Wertschöpfungskette
  • Energieintensive Branchen/Industrielle Symbiose
  • Mikroelektronische Fertigung und Design

Diese Strategie zeigt system- und strukturrelevante Auswirkungen. Sie unterstützt die Verringerung von Defiziten, Lücken und Diskrepanzen bei den Qualifikationen.

Ferner stellt sie eine angemessene Qualität und Ebene der Kompetenzen sicher, um Wachstum, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit im jeweiligen Sektor zu fördern. Die branchenspezifische Qualifikationsstrategie muss einen klar festgelegten Satz an Aktivitäten, Meilensteinen und eindeutig definierten Ergebnissen beinhalten. So können die Nachfrage nach und das Angebot an Qualifikationen so aufeinander abgestimmt werden, dass die umfassende branchenspezifische Wachstumsstrategie vorangebracht wird.

Die Zielsetzungen der Gruppe 2 (Reaktion auf ermittelten Qualifikationsbedarf durch die Entwicklung und Erstellung eines beruflichen Aus- und Weiterbildungsangebots) müssen in die branchenspezifische Wachstumsstrategie einfließen.


Ein besonderer Schwerpunkt der Allianzen muss auf digitalen Kompetenzen liegen, da diese Kenntnisse für alle Tätigkeitsprofile auf dem gesamten Arbeitsmarkt immer wichtiger werden.

Auch der Übergang zu einer stärker ökologisch ausgerichteten, auf dem Kreislaufsystem basierenden Wirtschaft muss durch Änderungen der Qualifikationen und der nationalen Bildungs- und Ausbildungslehrpläne unterstützt werden, um den neu aufkommenden Bedarf an grünen Kompetenzen zu decken.

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